Bgm. Gersweiler Bürgermeisterei Gersweiler, 1759-1973 (Bestand)

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Ref. code:Bgm. Gersweiler
Ref. code AP:Bgm. Gersweiler
Title:Bürgermeisterei Gersweiler
Creation date(s):1759 - 1973
Zitierweise:Bgm. Gersweiler + laufende Nummer
Content:Der Bestand bildet die Aufgaben der Bürgermeistereiverwaltung und der nachfolgenden Gebietskörperschaften zwischen 1815 und 1973 ab, die Masse der Überlieferung setzt allerdings erst in den 1860er Jahren ein. Bis 1913 sind hier auch die überlieferten Unterlagen der Gemeinde Krughütte, bis 1952 die Unterlagen der Gemeinde Klarenthal enthalten. Die Überlieferung ist aufgrund früherer Kassationen durch die Gemeindeverwaltung selbst lückenhaft. Insbesondere für den Bereich der Sozialverwaltung und der Fürsorge ist für das 20. Jahrhundert allerdings eine große Anzahl an Unterlagen überliefert, viele davon, besonders ab den 1950er Jahren, noch unverzeichnet. Ebenfalls unverzeichnet sind die nahezu lückenlos überlieferten Gemeinderatsprotokolle von Gersweiler und Klarenthal sowie Krughütte.
Die zur Provenienzstelle gehörenden Karten und Pläne wurden dem Bestand „Karten und Pläne“ zugefügt, die Zivil- und Personenstandsregister dem Bestand „Genealogische Selekte.“
Findmittel:online Findmittel
Comments:Mikroverfilmung vorhanden
Bestandsgeschichte:Der Bestand beinhaltet die Unterlagen der Bürgermeisterei Gersweiler von 1815-1927, dem Amt Gersweiler von 1928-1952 und der Gemeinde Gersweiler von 1953 bis 1973. Darin enthalten sind auch Unterlagen zu den Gemeinden Klarenthal und Krughütte.
Gersweiler hatte nach dem Einmarsch der Franzosen an der Saar nach Auflösung der Munizipalverwaltung im Jahr 1800 zunächst eine eigenständige Mairie gebildet, wurde von 1802-1812 in die Mairie Saarbrücken eingegliedert und bildete ab am 12. Februar 1812 wieder eine eigenständige Mairie.
Durch den Abschluss des 2. Pariser Friedens 1815 endete die französische Herrschaft an der Saar. Die preußische Regierung überführte die Mairie Gersweiler in die Bürgermeisterei Gersweiler, die in den Kreis Saarbrücken, Regierungsbezirk Trier, Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 bildete diese zusammen mit der Provinz Jülich-Kleve-Berg die Rheinprovinz) eingegliedert wurde. Zur Bürgermeisterei Gersweiler gehörten die Gemeinde Gersweiler mit den Ortsteilen Ottenhausen, Aschbacher Hof, Ziegelhof, Stangenmühle und Neuaschbach, sowie die Gemeinde Klarenthal mit Glashütte und dem Forsthaus Geislautern und die Gemeinde Krughütte, letztere vereinigten sich am 26.08.1913 zur Gemeinde Klarenthal-Krughütte.
Die Bürgermeisterei stand unter Führung eines von der Regierung ernannten Bürgermeisters. Mit der Einführung einer Gemeindeordnung für die Rheinprovinz am 23. Juli 1845 erhielten die Gemeinden Gersweiler, Klarenthal und Krughütte dann zwar das Recht, mittels eines Zensuswahlrechts eigene Vertretungen zu wählen, deren Vorsteher jedoch der Weisungsbefugnis des weiterhin von der Regierung benannten Bürgermeisters unterstellt blieben. Die Möglichkeiten der kommunalen Selbstverwaltung der Gemeinden blieben auch mit der nachfolgenden Gemeindeordnung von 1856 eingeschränkt.
Von 1826 bis 1851 wurde die Bürgermeisterei Gersweiler in Personalunion durch den Bürgermeister der Bürgermeisterei Ludweiler geführt, nachdem der Gersweiler Bürgermeister zurückgetreten war. Die Akten verblieben in den jeweiligen Gemeinden, doch beklagten die Gersweiler Bürger in diesem Zeitraum die Zustände und die Vernachlässigung der Amtsgeschäfte in ihrer Bürgermeisterei.
Seit dem 27.12.1927 führte die Bürgermeisterei Gersweiler wie alle Bürgermeistereien der Rheinprovinz laut Gesetzesbeschluss über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeverfassungsrechts die Bezeichnung Amt Gersweiler, die Verwaltungsstruktur erfuhrt dadurch allerdings keine Änderung.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Gersweiler Bevölkerung zunächst 1939 im Zuge der Freimachung der sogenannten Roten Zone und dann nach der Wiederbesiedlung seit Juli 1940 aufgrund verstärkter Luftangriffe 1944 erneut evakuiert. Die Verwaltung ruhte in dieser Zeit. Über den Verbleib der Akten während der Evakuierung und eventuelle Kriegsverluste ist nichts bekannt.
1952 trennte sich die Gemeinde Klarenthal-Krughütte vom Amt Gersweiler, ihre Unterlagen bilden ab diesem Zeitpunkt einen eigenen, derzeit noch unverzeichneten Bestand. Das Amt Gersweiler löste sich damit auf, und auch Gersweiler bildete ab dem 01.01.1953 eine amtsfreie Gemeinde. Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1973 endete die Selbstständigkeit Gersweilers. Seit dem 01.01.1974 ist der Ort ein Stadtteil der Landeshauptstadt Saarbrücken.
Die Aufgaben der Bürgermeisterei bzw. des Amtes Gersweiler umfassten ein breites Spektrum. Dieses umfasste neben der Haupt- und Finanzverwaltung auch das Standesamt mit der Übernahme von Amts¬vormundschaften sowie das Schulwesen. Zudem wurden die vielschichtigen Aufgaben der Verwaltungspolizei erfüllt, zu welchen unter anderem die Forstpolizei, die Verkehrspolizei, die Obdachlosenpolizei aber auch das Meldewesen und das Wahlbüro zählten. Hinzu kamen hier Aufgaben bezüglich gesundheitlicher Belange wie etwa das Impfwesen und die Bekämpfung ansteckender Krankheiten, das Leichenwesen und auch das Veterinärwesen und die Schädlingsbekämpfung. Zudem oblag der Verwaltungspolizei die Aufsicht über das Freiwillige Feuerlöschwesen. Im Bereich der Wohlfahrtsverwaltung erfüllte die Verwaltung Fürsorgeaufgaben, auch in der Jugend- und Altenpflege sowie für Kriegsbeschädigte und Kriegsheimkehrer. Auch das Bauamt und die Versorgungswirtschaft waren bei der Bürgermeisterei bzw. den späteren Nachfolgeinstanzen angesiedelt, wenn auch einzelne Zuständigkeiten zeitweise wechselten.

Die Unterlagen der Bürgermeisterei und des Amtes Gersweiler verblieben nach Auflösung des Amtes in der Gemeinde Gersweiler und wurden dort bis zur Auflösung weitergeführt. Die Unterlagen wurden im Rahmen der Abwicklung der kommunalen Neugliederung übergeben. Am 20.08.1975 zunächst die Gemeinderatsprotokolle 1866-1952, der erste größere Teil der Unterlagen folgte 1978, der zweite Teil 1983.

Nach der Gebietsreform 1973 wurde am 04.08.1975 die Aufbewahrung der Altregistratur der ehemaligen Gemeinde Gersweiler bestimmt. Am 26.04.1976 wurde eine Besichtigung der Altregistratur durchgeführt. Da der Bestand nicht geordnet verwahrt wurde, wurde die Überlegung angestellt, die einzelnen Registraturschichten vor Ort nach Aktenplan zusammenzuführen, um anschließend eine Bewertung durchführen zu können. Bevor dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte, wurden am 11.05.1976 auf Anordnung des Leiters des Hauptamtes große Teile des Altbestandes entsorgt, darunter potentiell archivwürdige Unterlagen zum Sozial- und Fürsorgewesen, zum Gesundheitswesen, dem Vormundschaftswesen 1945-1973, dem Wohnungswesen, dem Aufenthalt von Ausländern sowie Finanzangelegenheiten und ungeordnete Betreffe der 1920er Jahre. Ein Bewertungsmodell für die verbliebenen Akten ist nicht überliefert.
 

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Permission required:Keine
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Accessibility:Öffentlich
 

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