Ref. code: | Nl GS |
Ref. code AP: | Nl GS |
Title: | Nachlass Gertrud Scherer |
Zitierweise: | Stadtarchiv Saarbrücken, Nachlass Gertrud Scherer |
Content: | Der „Nachlass Gertrud Scherer“ (Nl GS) gelangte in zwei Ablieferungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins Stadtarchiv Saarbrücken. Diese wurden 2025 zusammengeführt.
Die erste Ablieferung erfolgte durch Joachim Conrad im Jahr 2017, die zweite durch Heribert Bernardy im Jahr 2024. Beide Herren stammen aus Gersweiler und kannten Gertrud Scherer gut. Gertrud Scherer (*1.1.1926, + 7.8.2015) war Fotolaborantin und hatte die heimatliche Fotografie zu ihrem Hobby erkoren. Sie hat fast sämtliche Straßenzüge des Saarbrücker Stadtteils Gersweiler durchfotografiert. Zudem trug sie historische Aufnahmen ihres Heimatortes zusammen. Ihre umfangreiche Foto-Sammlung wurden nach ihrem Tod dem evangelischen Pfarrer und Synodalarchivar Joachim Conrad sowie dem Gründer der Arbeitsgemeinschaft Gersweiler Vereine, Heribert Bernardy, übergeben.
Joachim Conrad übergab seinen Teil des Nachlasses verzeichnet und verpackt. Die Ablieferung wurde so wie von ihm vorgegeben in den Bestand des Stadtarchivs übernommen. Er klassifizierte diesen, teilte ihn in zwei Blöcke und beschreibt ihn wie folgt: Im ersten Teil befinden sich Bilder, die Gertrud Scherer auf Papier aufgeklebt hat. Diese wurden nach Themen sortiert und – soweit erkennbar – im jeweiligen Verband gelassen. Bestimmte Aktenordner trugen als Aufschrift die heutigen Kapitelüberschriften des Findbuches.Auch Hinweise auf die eigentlichen Besitzer wurden in den Aufzeichnungen übernommen. Da Gertrud Scherer die Nummern der Negative häufig hinzugefügt hat, wurden diese Nummern ebenfalls festgehalten, so dass eine Überprüfung des Bestandes auf Vollständigkeit möglich ist. Über den Verbleib der Negative ist nichts bekannt. Das Haus Scherer ist verkauft und geräumt. Der zweite Teil besteht aus losen Bildern, die in Kisten lagerten. Joachim Conrad hat die Hausbilder aufgrund seiner Ortskenntnis den jeweiligen Straßen zuweisen können, aber nicht alle Häuser den Besitzern. Das bedarf der Nachforschung, wenn dazu Grund besteht. Bisweilen sind die Personen- oder Gruppenbilder identifiziert, bisweilen nicht. Da zahlreiche Bilder in den vier Büchern „...in alten Ansichten“ veröffentlicht wurden, in denen dann auch weitere Angaben nachzulesen sind, wurden die Querverweise zu den Büchern ebenfalls im Findbuch eingetragen.
Zahlreiche Bilder tragen auf den Rückseiten Nummern, Texte etc., bisweilen aus mehreren Perioden der Nutzung, etwa bei Ausstellungen. Zahlreiche Bilder sind geschnitten worden, teilweise auch nach den Beschriftungen, wodurch Beschriftungen angeschnitten oder sogar teilweise weggeschnitten wurden. Joachim Conrad hat sich bemüht, alle Informationen zusammenzutragen und den Bestand umfassend zu erschließen. Dem Stadtarchiv Saarbrücken wurde zudem eine DVD übergeben, worin die Bilder der losen Sammlung großenteils erfasst sind zu weiterer Verwendung. Unter den Bildern befinden sich selten Aufnahmen, etwa zum längst untergegangenen Aschbacher Hof, zur Kirchenruine in Aschbach, aber auch zur Saar-Abstimmung 1935. Zahlreiche Bilder zeigen Gersweiler Straßen im bekannten Fahnenschmuck.
Der Fotobestand, der 2024 von Heribert Bernardy dem Stadtarchiv übergeben wurde, beinhaltet im wesentlichen die Dokumentation Gersweiler Straßenzüge, zudem Aufnahmen Gersweiler Familien. Es ist davon auszugehen, dass sich einige Fotos doppeln. Dieser Bestand wurde verzeichnet und in die vorgegebene Klassifikation eingeordnet. |
Findmittel: | online Findmittel |
Comments: | DVD mit Digitalisaten der Fotos in der Kühlbox |
Bestandsgeschichte: | Am 7. August 2015 starb Gertrud Scherer geb. Stötzer im Alter von 89 Jahren. Am 1. Januar 1926 in Krughütte geboren, heiratete sie 1947 Werner Scherer aus Püttlingen. Die Ehe blieb kinderlos.
Die gelernte Fotolaborantin widmete sich früh der Fotografie und fing an, ihren Heimatort Gersweiler zu dokumentieren. Daneben sammelte sie ältere Aufnahmen, die sie häufig nur als Leihgaben bestimmter Familien auf Zeit bekam und davon Reproduktionen anfertigte.
1983 gehörte Gertrud Scherer zu den Mitbegründern des Heimatkundlichen Vereins Gersweiler-Ottenhausen e.V. und war dort lange Zeit tätig. Sie organisierte zahlreiche Ausstellungen im alten Gersweiler Rathaus mit und sorgte mit ihren Bildbeständen auch selbst für Ausstellungsmaterial.
1983 veröffentlichte Gertrud Scherer mit Joachim Conrad den ersten Band „Gersweiler in alten Ansichten“. Besonders die hervorragenden Bilder des Gersweiler Altbürgermeisters Karl Herrmann bildeten die Grundlage dieses Buches. Der zweite Band folgte im Jahr 1989. An dem 1984 erschienenen Buch „Klarenthal und Krughütte in alten Ansichten“ wirkten Hannelore Debusmann, eine Cousine von Gertrud Scherer, und der Klarenthaler Heimatforscher Albrecht Rixecker mit. Letzterer lieferte die Texte zu den Bildern aus Krughütte; Joachim Conrad formulierte überwiegend die Texte für Klarenthal.
Als Gertrud Scherers Mann Werner schon von Krankheit gezeichnet war – er starb am 21. März 1991 mit 70 Jahren und wurde von Joachim Conrad in Gersweiler bestattet – gestaltete er mit Unterstützung seiner Frau und den Texten Joachim Conrads den Band „Bilder der Zerstörung Gersweilers.“
Am Ende ihres langen Lebens verschenkte Gertrud Scherer Teile ihrer Fotosammlung. So verfügt mindestens die evangelische Kirchengemeinde Gersweiler-Klarenthal über den Teil, der ihre eigene Geschichte ausmacht. Die Bilder zur evangelischen Kirche Gersweiler in dem vorliegenden Nachlass sind Dubletten. Auch verschiedene andere Personen erhielten die historischen und heutigen Aufnahmen zu ihren Häusern, so dass die vorliegende Sammlung leider ein Torso ist. Gertrud Scherers Nichte Lieselotte Heimfahrth übergab einen Teil der Sammlung dem Archivpfleger des Kirchenkreises Saar-West und langjährigen Mitarbeiters von Gertrud Scherer mit der Maßgabe, den Bestand einem öffentlichen Archiv zu übergeben. Dies ist geschehen. |
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Usage |
Permission required: | Keine |
Physical Usability: | Uneingeschränkt |
Accessibility: | Öffentlich |
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URL for this unit of description |
URL: | http://scopearchiv.saarbruecken.de/detail.aspx?ID=283633 |
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